Hallen-DM 2026 Recap - Folge 311
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Hallen-DM 2026 Recap: Stepanovs Solo, Spills Überraschung & das Uelzen-Banger-Feld
Worum geht's in dieser Folge?
Die Hallen-DM 2026 in Dortmund ist durch – und was für ein Wochenende! Alexander Stepanov sprengt die 800m im Alleingang (1:45 PB), Tanja Spill klaut Geburtstagskind Smilla Kolbe den 800m-Titel mit PB und Tränen in den Augen, und Flo Bremm dominiert die 3000m nach Robert Farkens Drama-Aus. Dazu: Marius Probst holt seinen 8. Hallen-DM-Titel, wir diskutieren den Stimmungsblock und was beim Event besser werden muss – und schauen auf die 10km DM in Uelzen mit einem absoluten Banger-Feld bei den Frauen.
🎙️ Jetzt reinhören:
Alex Stepanov: 800m im kompletten Alleingang
Ganz klar unser beider Highlight des Wochenendes: Was Alex Stepanov da über die 800 Meter abgeliefert hat, war einfach beeindruckend. Der Typ läuft eine 50 niedrig an, die ersten 400 fällt das komplette Feld auseinander – quasi wie im Radsport: Gruppe eins, Gruppe zwei, Gruppe drei und Peloton. Und Alex zieht das Ding einfach im Alleingang durch, stellt eine 1:45 PB hin und bleibt unter der WM-Norm. Das Beste daran: Er kommt danach rüber und ist nicht mal zufrieden, weil er eigentlich den deutschen Rekord wollte. Dieses Mindset ist schon beeindruckend. Rocco Martin holt sich Silber, Tim Holzapfel Bronze. Und dann war da noch Noah Kais auf Platz vier – ein Name, den ihr euch merken solltet. Der macht erst seit zwei Jahren richtig Leistungssport und hat bei dieser DM ordentlich Potenzial aufblitzen lassen.
Tanja Spill crasht die Geburtstagsparty
Eigentlich war alles angerichtet für die große Smilla-Kolbe-Show: Geburtstag, Favoritenrolle, Tempo von vorne. Aber Tanja Spill hatte andere Pläne. Die hing das ganze Rennen hinten dran und man hat eigentlich schon bei 300 Meter vor dem Ziel gemerkt: Die sieht besser aus, der Angriff liegt in der Luft. Bei 150 to go setzt sie dann zur Attacke an, überholt in der Kurve – wobei es zum Kontakt kam, was die Sache natürlich etwas unschön macht. Spill hätte das Rennen in jeder Variante gewonnen, da sind wir uns einig. Das war einfach unnötig knapp. Trotzdem: Eine richtig geile Story. Tanja konnte es selbst kaum glauben, stand da mit Tränen in den Augen – ihr zweiter Hallen-DM-Titel nach 2021, dazu eine neue PB von 2:02,38. Und Smilla? Da muss man ihr hoch anrechnen, dass sie Tanja den Moment gegönnt hat und keinen Protest eingelegt hat. Das zeigt einfach, was für eine Person sie ist. Jenny Hauke schnappt sich dann noch verdient Bronze.
3000m Männer: Flo Bremm dominiert, Farken muss raus
Das Duell, auf das wir alle gewartet haben – Flo Bremm gegen Robert Farken – hat leider kein richtiges Ende bekommen. Flo hat von vorne die Initiative übernommen, erster Kilometer in 2:36, also schon ordentlich drauf gestanden. Robert ist mitgegangen, sah auch locker aus, und dann das Drama nach gut 2000 Metern: Er humpelt zur Seite, Rückenprobleme, Rennen vorbei. Wirklich bitter, weil wir jetzt immer noch nicht wissen, was passiert, wenn die beiden bis zum Schluss aufeinandertreffen. Flo zieht dann sein Ding durch, gewinnt in 7:42 – und Frederik Ruppert wird Zweiter in 7:46, Marc Tortell Dritter. Max war selbst als Siebter in 7:58 dabei, was als Standortbestimmung okay war, aber natürlich nicht da, wo er eigentlich hingehört. Training hilft halt in diesem Sport – und wenn man davon zu wenig hat, darf man auch nicht einfach 7:45 erwarten.
Probst macht Probst-Dinge, Kolberg verteidigt souverän
Die 1500 Meter waren ehrlich gesagt erwartbar: Marius Probst übernimmt von vorne, kontrolliert das Rennen und zieht am Ende einfach weg – 3:38,90, sein achter Hallen-DM-Titel. Sieht bei ihm immer aus wie ein kleiner Spaziergang. Tobi Tent holt sich Silber, Marvin Heinrich Bronze – und Karl Bebendorf war als Fünfter nicht er selbst an dem Wochenende, das war schon auffällig. Bei den Frauen hat Majtie Kolberg ihren Titel in 4:20 verteidigt. Adia Budde hat ihr Rennen von vorne richtig gut gestaltet, Vera Coutellier holt sich Bronze. Aber mal ehrlich: Dass Nele Weßel nach ihrem 3000m-Titel die 1500 nicht mehr gelaufen ist, hat schon ordentlich Spannung rausgenommen. Bei aller Begeisterung über die schnellen Zeiten müssen wir auch ehrlich bleiben – wir sind in der Breite noch ein Stück weg von dem, was in Frankreich oder Spanien passiert.
Stimmungsblock: Sonntag top, Samstag zäh
Wir reden in dieser Folge auch ausführlich über alles abseits der Bahn. Der Sonntag war von der Stimmung her richtig gut – der Samstag dagegen hat sich gezogen. Zu lang, zu wenig Höhepunkte am Stück, und dann die Idee, nach dem letzten 60-Meter-Finale die Leute bis zum BVB-Spiel um 18:30 im Stadion zu halten: Hat nicht funktioniert. Die Halle war schon am Leerlaufen, als die Leichtathletik-Wahl stattfand. Dann gab es viele gelbe Sitze im angeblich ausverkauften Haus, das Publikum war teilweise eher auf Berieseln als auf Mitfeiern eingestellt, und die Frage bleibt: Warum müssen Athleten direkt zum Interview verschwinden, statt erstmal eine Ehrenrunde zu laufen? Die emotionalen Bilder von Tanja Spill mit Tränen im Gesicht vor dem Stimmungsblock – sind die nicht mehr wert als ein Standard-Interview? Wir haben das auch mit dem DLV besprochen. Da wird auf jeden Fall nachgeschärft. Und wir machen weiter: Stimmungsblock bei der Outdoor-DM in Bochum-Wattenscheid, da wollen wir nochmal eine Schippe drauflegen.
10km DM Uelzen: Ein Banger-Feld bei den Frauen
Normalerweise würden wir nach einer DM-Recap-Folge kein großes Preview mehr dranhängen. Aber was in Uelzen bei den Frauen am Start steht, muss man einfach ansprechen: Esther Pfeiffer als Titelverteidigerin und Favoritin, dazu Gesa Krause, Domenika Mayer, Lisa Merkel, Eva Dieterich und Elena Burkard – also quasi das komplette EM-Silberteam von der Straße. Einzig Constanze Klosterhalfen fehlt. Max traut Pfeiffer zu, in die Nähe des deutschen Rekords zu laufen, aber in Uelzen mit dem Wendepunkt-Kurs wird das schwierig. Das Frauen-Rennen ist tausendmal spannender als das der Männer – auch wenn Max da selbst am Start ist und mit seinem Tübinger Team um eine Mannschaftsmedaille kämpft.
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